1989-1995

 

Juni 1989

Beim ersten Zusammentreffen von Eisenbahnfreunden aus Biblis und der näheren Umgebung fiel schnell der Entschluss, sich zu einem Verein zusammenzuschließen. Mehrheitlich wurde der Bau und Betrieb einer vereinseigenen Modellbahn-Anlage in HO-Gleichstrom beschlossen. Alle Teilnehmer wollten sich um weitere Interessenten und vor allen Dingen um einen geeigneten Raum bemühen. Bis auf weiteres traf sich der Kreis einmal monatlich bei einem der Modellbahner, auch um dessen privaten Modellbahn-Aktivitäten kennen zu lernen.

März 1990

Ein Vorstand wurde gewählt, um die Eintragung in das Vereinsregister beantragen zu können.

April 1990

Die erste Vereinsfahrt mit einem Dampfsonderzug führte von Darmstadt über Biblis und Wörth nach Karlsruhe und am folgenden Tag von Darmstadt nach Bad Ems. Zuglok war die 01 150. Rheinaufwärts ging es mit dem Foto-Begleitschiff.

August 1990

Die Eintragung in das Vereinsregister wurde bestätigt. Seit diesem Zeitpunkt trägt der Verein seinen heutigen Namen. Er hatte damals 10 Mitglieder.

September 1990

Die Gemeinde Biblis ermöglichte dem Verein die Benutzung eines Raumes in der Grund- und Hauptschule. Vormittags Unterricht, nachmittags und abends Modellbahn. Ein Mitglied stellte dem Verein einen großen Schrank zur Verfügung, in dem nach jeder Aktivität die Modellbahnteile und Werkzeuge für Schüler unzugänglich "versteckt" wurden. Die dadurch notwendige Beschränkung auf eine maximale (einheitliche) Größe der Anlagenteile war die Geburtsstunde der späteren Anlage in Segmentbauweise. Zu dieser hatten sich die inzwischen 15 Mitglieder nach einer ausführlichen Diskussion entschlossen.

Die Verfechter einer Modulbauweise wie z. B. Fremo, konnten sich nicht durchsetzen. Die starren Außenmasse der Elemente auf Grund der Unterbringung im Schrank einerseits und der damit verbundenen beschränkten Gleisführung andererseits konnten nicht in Einklang gebracht werden. In der späteren Geschichte des Vereins erwies sich diese Entscheidung als äußerst nachteilig.

November 1990

Mit der 1. Ausstellung in "unserem" Vereinsraum stellte sich der Verein der Öffentlichkeit und interessierten Modellbahnern vor. Gezeigt wurden u. a. einige private Dioramen und Anlagenstücke. Mit einem Rangierspiel wurden die Besucher aktiv in die Ausstellung mit einbezogen. Die Anzahl von ca. 300 Besucher übertraf die Erwartungen und führte zu dem Entschluss, auch zukünftig eine Anlage in Betrieb zu zeigen.

April 1991

Sonderfahrt mit Dampfsonderzug von Frankfurt über Eisenach nach Friedrichsroda. Zugloks waren die BR 01, 91 und 94.

August 1991

Stellwerks-Exkursion zu 3 Stellwerkgenerationen in Lorsch, Hofheim und Biblis unter fachkundiger BD-Führung.

November 1991

Der 75 m² große Vereins- (und Klassen-) raum war für einen Tag der offenen Türe mit der zwischenzeitlich gewachsenen Anlage zu klein. Aus diesem Grund wurde die Ausstellung in das Foyer der Bibliser Riedhalle verlegt. Die ca. 800 Besucher belegten die Richtigkeit dieser Entscheidung. In Betrieb gezeigt wurde eine Anlage mit den Bahnhöfen Groß-Rohrheim (Modell des Vorbildes im Südhessischen Ried) und Holzhausen. Zusammen mit einigen provisorischen Teilen liess sich so ein recht abwechslungsreicher Betrieb gestalten. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine umfangreiche Präsentation von LGB-Fahrzeugen und -Gebäuden.

Mai 1992

Ausflug der Eisenbahnfreunde mit Familien zu der Brohltalbahn. Endlich mal wieder Dampflok-Schnuppern!

Sommer 1992

Die Gemeinde Biblis stellt den Eisenbahnfreunden einen nicht mehr schulisch genutzten Raum in der Alten Schule in Biblis von ca. 75m² (11,5 x 6,5) ganz zur Verfügung. Zusammen mit dem für 2 Jahre später versprochenen 2. Raum auf der gleichen Etage, wäre dies ein ideales Modellbahn-Stockwerk geworden (Leider ist es anders gekommen). Nun konnte endlich eine "dauerhafte" Vereinsanlage aufgebaut werden.

Die Segmentbauweise wurde weitergeführt. Aus den Bahnhöfen Groß-Rohrheim und Holzhausen und einer Vielzahl zusätzlicher Landschafts-Segmente entstand als Zentrum ein Streckenoval, das nach und nach zur Erhöhung eines abwechslungsreichen Fahrbetriebes erweitert werden sollte.

Der Verein zählte inzwischen 20 Mitglieder.

November 1992

1. Ausstellung in der Riedhalle. Die Segmentbauweise ermöglichte mit vertretbarem Aufwand einen Umzug in die 400 m² große Bibliser Riedhalle, denn inzwischen bot auch das Foyer nicht mehr genügend Platz für unsere Anlage. Mit einigen zusätzlichen schönen Landschaftssegmenten hatte sie jetzt doch schon eine Größe von 9 x 15m erreicht, viel mehr als wir in unserem Vereinsraum unterbringen konnten.

Um einen abwechslungsreichen Fahrbetrieb zu sichern, wurde die Vereinsanlage noch um einen 10-gleisigen Rangier- und Abstellbahnhof ergänzt. Gleislängen von > 7m erlaubten eine Doppelbelegung. Ein abwechslungsreicher Fahrbetrieb durch alle Epochen stieß bei den Besuchern auf breite Zustimmung.

Zusätzlich hatte eine Vereinsgruppe von LGB-Anhängern eine 11 x 5m grosse LGB-Anlage aufgebaut, die einen großen Teil der Halle belegte. Das Thema "Der Circus kommt" fand vor allem bei Kindern riesigen Gefallen.

Die Besucherzahl erhöhte sich auf ca 1.500.

Anfang 1993

Der Rangierbahnhof wurde mit der eingleisigen Strecke der Vereinsanlage sowohl nach Groß-Rohrheim wie auch nach Holzhausen verbunden. Eine doppelte Gleisverbindung (Hosenträger) in der Einfahrt ermöglichte Ein- und Ausfahrten aus jedem Gleis in jede Richtung, so dass aus dem Kreisverkehr ein vorbildgerechter Betrieb von A über Holzhausen und Groß-Rohrheim nach B und umgekehrt möglich wurde. Die eingleisige Strecke konzentrierte alle Kreuzungen und Überholungen auf diese Bahnhöfe und führte zu vielen spannenden Fahrplan-Betriebsstunden.

Die Mitgliederzahl stieg mittlerweile auf 25.

Sommer 1993

Eine kleine Gruppe des Vereins bereiste die Schmalspurbahnen Kühlungsborn - Bd. Doberan und auf Rügen an der Ostsee. Daraus wurden einige Diavorträge für die Vereinsfreunde.

November 1993

Nach dem Riesenerfolg des vergangenen Jahres, gab es wieder ein Modellbahn-Wochenende in der Bibliser Riedhalle. Dieser Brauch wurde bis zum Jahr 1997 jedes Jahr weitergepflegt. Die Anlage wurde immer grösser, der Fahrbetrieb immer abwechslungsreicher und interessanter. Die eingleisige Strecke forderte den Zugpersonalen und Fahrdienstleitern allerdings jede Menge Konzentration ab. Zu Stoßzeiten wurde man kaum den vielen "Sonderwünschen" der Zuschauer gerecht. Die Besucherzahl erreichte fast 2000.

Im Foyer wurden die Gäste bewirtet und hatten außerdem Gelegenheit Eisenbahnvideos zu sehen. Viele Besucher verbrachten den ganzen Tag in der Halle.

Auch unsere LGB-Mannschaft vergrößerte ihre Anlage. Ein Hafen wurde nötig, um den Kohlebedarf eines alten Kraftwerkes zu bedienen. Den Transport zum Kraftwerk übernahm eine altersschwache schmalspurige Werksbahn. Besonders kleine Kinder waren kaum von der Anlage wegzubringen. Direkt daneben wurde eine Spielecke eingerichtet, in der die Kinder auf einem Teppichboden "ihre" Anlage aufbauen konnten. Manche Väter wussten es uns zu danken!

Der Verein konnte sich nie für eine Modellbahnbörse erwärmen. Lediglich das Ehepaar Vögele, als Freunde unseres Vereins, boten Fotos vom deutschlandweiten Eisenbahngeschehen und hunderte selbstbemalter "Preiserlinge" zum Verkauf an.

Juni 1994

Die Eisenbahnfreunde machen einen 3-tägigen Ausflug zu den Harzquerbahnen. Wie preiswert konnte man damals noch mit Dampfzügen reisen!

Juli 1994

Der Vereinsraum wird renoviert. Anschließend wird die Anlage mit einigen Detailverbesserungen in der alten Form wieder aufgebaut.

September 1994

Der "Modellbahn-Frühschoppen" wird eingeführt. Damit soll - ungestört von Bau- und Renovierungsaktivitäten an der Anlage - allen Mitgliedern und externen Modellbahnfreunden die Möglichkeit zum Fahrbetrieb auf unserer Vereinsanlage gegeben werden.

November 1994

Die Anzahl der Mitglieder ist auf 38 angewachsen. Die Tage der Modellbahn waren aus dem Jahres-Veranstaltungs-Kalender der Gemeinde Biblis nicht mehr wegzudenken. Der große Bekanntheitsgrad führte auch viele Eisenbahnfreunde von weit her nach Biblis.

In diesem Jahr wurde die Anlage um ein BW mit Drehscheibe und 16-ständigem Ringlokschuppen ergänzt. Dazu gehört auch eine Großbekohlungsanlage und eine Diesellokhalle. Das BW trug wesentlich zu einem abwechslungsreichen Bahnbetrieb bei und war der Blickfang während der Ausstellung. Die Besucherzahl stieg auf 2.300.

Mai 1995

Neu gegründet hatte sich der Verein der Bensheimer Eisenbahnfreude. Ihren ersten öffentlichen Auftritt in der Bensheimer Weststadthalle unterstützten die EFB-ler mit einer besonders dafür zugeschnittenen Anlage und fanden viel Lob für den abwechslungsreichen Fahrbetrieb.

Aus dieser Zusammenarbeit entstand eine Freundschaft zwischen beiden Vereinen, die in den kommenden Jahren immer wieder zu gemeinsamen Aktionen führte.

Spätestens jetzt stellte sich Segmentbauweise als die weniger gute Entscheidung heraus. Für den zur Verfügung gestellten Raum, hatte die Vereinsanlage nicht die richtigen Abmessungen. Es wurden zusätzliche Segmente benötigt, die teilweise nur für diese eine Präsentation verwendet werden konnten.

Auch bei den eigenen Tagen der Modellbahn führte jede Umgestaltung der Anlage zur Erstellung neuer Segmente, von denen einige leider nur 1 - 2 mal zum Einsatz kamen. Außerdem war man immer auf die technische Fertigstellung aller Segmente angewiesen, denn auf keines konnte verzichtet werden, keines war durch ein anderes Teilstück ersetzbar.

November 1995

Eine Privatperson stellte dem Verein den Bahnhof Hofheim/Ried, aufgebaut auf 4 Standardsegmenten mit einer Länge von ca. 4,80 m, dauerhaft zur Verfügung. In Verbindung mit dem großen Abstellbahnhof war jetzt eine 2-gleisige Hauptstrecke denkbar. Im Hinblick auf einen verstärkten Ausstellungsbetrieb, fiel die Entscheidung auch zu Gunsten der zweigleisigen Hauptstrecke mit eingleisiger Nebenstrecke. Das 2-gleisige Oval hatte eine Ausdehnung von ca. 6 x 13m. Für diese Hauptstrecke wurde ein Teil der Nibelungenbahn - Hofheim bis Worms-Brücke - realisiert. Analog dem Vorbild zweigt die eingleisige Strecke in Hofheim ab. Eine mehr als 40m lange eingleisige Nebenbahn mit 3 Bahnhöfen endet in Groß-Rohrheim. Zum Umsetzen und Behandeln der Lokomotiven wurde im Gegensatz zum Vorbild ein kleines BW am Streckenende angehängt.

Während die Hauptstrecke dauernd mit ICEs, Fernzügen und Durchgangsgüterzügen belegt war, konnte auf der Nebenbahn ein mehr beschaulicher Betrieb mit vielen Rangieraufgaben gezeigt werden.

Wieder besuchen mehr als 2000 Eisenbahn-Begeisterte die alljährliche Ausstellung.

Dezember 1995
bis Januar 1996

Aus der großen Zahl inzwischen existierender Segmente konnte eine ca. 10 x 13m große Ovalanlage im Mannheimer Landesmuseum für Arbeit und Technik im Betrieb gezeigt werden. Täglich waren 3 - 5 Eisenbahnfreunde vollauf damit beschäftigt, interessierte Besucher des Museums mit Fahr- und Fahrplanbetrieb und einer Vielzahl von Fahrzeugen aller Epochen zu fesseln sowie beratend bei technischen und gestalterischen Fragen zu helfen. Es hat uns riesigen Spaß gemacht.